1 C
Berne
mercredi 28/01/2026

Malina Turcut aus Dubai nach Davos: Das WEF – ein globales Zentrum, das Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft und Finanzen zusammenbringt

Exklusivinterview mit der Unternehmerin Malina Turcut, Finanzchefin von Prime Dashqe, die wir beim WEF in Davos trafen. Das Unternehmen ist in mehreren Ländern weltweit tätig

Der Name Malina Turcut, die wir beim WEF in Davos trafen, ist in der Geschäftswelt kein Unbekannter, insbesondere in den Ländern, in denen sie aktiv ist, wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, den USA und Rumänien. In einem Exklusivinterview mit der Schweizer Zeitung LeCanton27.ch spricht sie über ihren Besuch in Davos, die WEF-Veranstaltungen, aber auch über ihre Mission und ihre Aktivitäten in verschiedenen Ländern weltweit, darunter auch auf dem Balkan.

  • Beim Weltwirtschaftsforum in Davos trafen wir unter vielen internationalen Persönlichkeiten Malina Turcut, eine Unternehmerin mit Niederlassungen in Dubai, den USA, Großbritannien und Rumänien. Frau Turcut, könnten Sie uns zunächst sagen, warum Sie in Davos sind?

Malina Turcut: Ich habe im Laufe der Jahre an vielen internationalen Veranstaltungen in verschiedenen Regionen und Branchen teilgenommen. Die Einladung des Forbes-Teams für den Nahen Osten nach Davos war für mich daher eine Selbstverständlichkeit – ich habe sie angenommen und bin nun hier. Wir erleben gerade eine Zeit des tiefgreifenden Wandels. Weltweit verändern sich die Dinge politisch und wirtschaftlich rasant – und die sogenannte neue Weltordnung hat direkte Auswirkungen darauf, wie Unternehmen heute agieren, investieren und wachsen.

Deshalb ist meine Anwesenheit hier so wichtig. Davos ist einer der wenigen Orte, an denen Entscheidungen direkt an der Quelle diskutiert werden und Führungskräfte aus Politik, Finanzen und Wirtschaft zusammenkommen. Für alle, die globale Unternehmen oder Finanzinfrastrukturen aufbauen, ist es wichtig, dort präsent zu sein, wo diese Gespräche stattfinden, und zu verstehen, wie die Welt neu gestaltet wird.

  • Könnten Sie uns mehr über Ihre Arbeit und Ihre Aktivitäten erzählen? Was bieten Sie Ihren Kunden an, oder was erwarten diese von Ihnen?

Malina Turcut: Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist die enorme Finanzierungslücke in globalen Lieferketten und KMU – ein versteckter Hemmschuh für das globale Wachstum. Laut den jüngsten Schätzungen des IFC-Weltbank-Berichts zur Finanzierungslücke bei Kleinst-, Klein- und Mittelbetrieben (MSME Finance Gap Report) besteht in 119 Schwellen- und Entwicklungsländern eine Finanzierungslücke von 5,7 Billionen US-Dollar für Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe (KKMU). Das entspricht etwa 19 % des BIP und 20 % des gesamten privaten Kreditvolumens, das KMU über traditionelle Finanzsysteme nicht erhalten. Dieser ungedeckte Bedarf ist real – er führt zu langsamerem Wachstum, verzögerten Lieferantenzahlungen, eingeschränkten Produktionszyklen und einem geringeren BIP-Wachstum in allen Märkten.

Genau dieses Problem löst Prime Dash. Wir integrieren Finanzierung direkt dort, wo Handel stattfindet – in die Lieferketten globaler Marken, Distributoren und KMU. Durch die Nutzung realer Transaktions- und Verhaltensdaten können wir sofort Betriebskapital auf Basis der Geschäftstätigkeit bereitstellen und die Finanzierung von einer reaktiven Beschaffung nach dem Handel zu einem präventiven Wachstumsmotor machen.

Das bedeutet:
• KMU erhalten Kapital, bevor es in Forderungen gebunden ist.
• Käufer können Zahlungsziele verlängern, ohne Lieferanten zu benachteiligen.
• Und das gesamte Ökosystem wird liquider, widerstandsfähiger und wachstumsorientierter.

Indem wir die geschätzten Billionen Dollar an ungedecktem Finanzierungsbedarf in zugängliches Kapital umwandeln, schaffen wir echten wirtschaftlichen Mehrwert – nicht nur für einzelne Unternehmen, sondern für ganze Wertschöpfungsketten.

  • Da Ihr Geschäft sich auf Amerika, Großbritannien, Dubai und andere Länder erstreckt, erwägen Sie eine Partnerschaft mit der Schweiz oder bestimmten Balkanländern wie Albanien, Serbien oder Kosovo?

Malina Turcut: Wir sind sehr offen für jegliche Art von Kooperationen und Vorschlägen. Wir arbeiten mit globalen Ökosystemen und globalen Teams zusammen. In unserem Fall arbeiten wir sehr eng mit Mastercard-Teams zusammen, die verschiedene Regionen und Gebiete abdecken, sowie mit Partnern, die gleichzeitig auf mehreren Märkten aktiv sind. Unser Fokus liegt also weniger auf Grenzen, sondern vielmehr darauf, wo Handel und Lieferketten tatsächlich stattfinden. Wo immer unsere Partner uns brauchen – ob in Europa, im Nahen Osten, in Amerika oder in Schwellenländern – wir begleiten sie und unterstützen sie in ihren jeweiligen Märkten. Diese Flexibilität ist heute unerlässlich, denn Lieferketten sind global, und die dazugehörige Finanzinfrastruktur muss sich ebenso reibungslos bewegen.

Derniers articles